Kommunikation in Krisenzeiten – was geht, was soll, was muss?

Kommunikation in Krisenzeiten – was geht, was soll, was muss?

Kommunikation in Krisenzeiten – was geht, was soll, was muss? 1050 700 Das Kroko

Es ist Ende März 2020. Wir befinden uns weltweit in einer absoluten Ausnahmesituation, die in der Form wohl nur wenige haben kommen sehen: Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverbot, wirtschaftliche Einbrüche, Homeoffice, Schreckensmeldungen, lustige Memes auf Social Media, Rekordzuschauerzahlen, Online-Live-Yoga, Abstandsmessung, #wirbleibenzuhause. Die Nachrichtenlage ändert sich stündlich, die Mediennutzungszahlen schießen in die Höhe, auch die Streamingdienste sind voll ausgelastet. Die lang geschmiedeten Marketingpläne sowie ausgefeilte Redaktionspläne zu wichtigen Events und Jahreszeiten müssen über Bord geworfen werden, da die Grundlage fehlt – sei es die erste Gartenparty im Frühjahr, EM, Olympische Spiele oder wichtige Branchenmessen. Es scheint keine Sicherheit zu geben, denn niemand kann sagen, wann alles wieder „normal“ wird. Die Welt dreht sich schneller denn je und steht zugleich still. Ein Zustand, der auch viele Unternehmen – insbesondere in der Gastronomie und Hotellerie – betrifft. Zwischen stressiger Schadensbegrenzung, Umstrukturierung, Neuplanung und geschlossenen Türen sowie ausbleibenden Gästen fehlt oft die Ruhe und Zuversicht, um sich zu sammeln und in die Zukunft zu blicken. Doch wir sind davon überzeugt, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt hierfür ist. Sei es, weil wir Optimisten sind, sei es, weil wir den Markt genau beobachten und gewisse Trends in der Berichterstattung erkennen.


Nur bad news sind news? Im Gegenteil!

Wir alle sind interessiert an der sich stündlich ändernden Lage und den aktuellen Geschehnissen in Deutschland und der Welt. Das verdeutlichen auch die Rekordzahlen, die viele Fernsehsendungen und Nachrichtenportale derzeit verzeichnen.

Während sich die Medienlandschaft über steigende Nutzerzahlen und Aufrufe freuen kann, ändert sich für die meisten Menschen derzeit jedoch nicht viel. Statt sozialer Kontakte und Verabredungen im Freien, gilt es nun zu Hause zu bleiben. . Daher bleibt nun auch gedanklich wieder mehr Raum für andere Nachrichten. Seien es Food Inspirationen, Tipps gegen Langeweile bei den Kindern, die Einrichtung des perfekten Home Offices oder auch mögliche Urlaubspläne, die zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden können – die Menschen sehnen sich insbesondere in Krisenzeiten nach ihrer täglichen Dosis Eskapismus. Dies kann für Unternehmen eine Chance bedeuten. Wer jetzt sensibel und sinnvoll kommuniziert, wird gehört. Ob auf Social Media oder in Medienberichten.


Mehr Zeit zu Hause, mehr Zeit für Medien

Insbesondere Alleinlebende haben gerade sehr viel Zeit für sich. Während bisher der Instagram Feed nur kurz auf dem Weg zur Bar gecheckt und das Boulevardmagazin beim Friseur überflogen wurde, bleibt nun die Zeit, sich intensiv mit den Medien und Themen zu beschäftigen. Das zeigt sich auch in den gestiegenen Abonnentenzahlen für Printmedien, die große Verlagshäuser derzeit ausweisen. Jetzt ist die Zeit mit guter Kommunikation zu punkten. Das gilt nicht nur für den florierenden E-Commerce, sondern auch für alle, deren Service aktuell nicht nutzbar ist. Wer sich jetzt in ein Hotel verliebt, wird buchen, sobald es möglich ist.


Vorfreude ist die schönste Freude

Die derzeitigen (und durchaus notwendigen) Einschränkungen zeigen uns, was wir vorher besonders genossen haben. Sie lassen uns Dinge, die vielleicht schon fast normal schienen sind, wie der Besuch in einem tollen Restaurant, aus neuem Blickwinkel sehen und noch mehr schätzen. Das führt dazu, dass man sich auch mit den Anbietern stärker auseinandersetzt. Die Urlaubsbuchung wird zur solidarischen Handlung, durch die man von der Krise stark Betroffene unterstützt. Wer sich jetzt auf dem Radar bemerkbar macht, hat gute Chancen, treue und sehr loyale Kunden zu gewinnen. Gleichzeitig ist jetzt die Zeit, um Menschen auf etwas aufmerksam zu machen, was sie immer schon probieren wollten, es sich aber nie getraut haben. Auch hier gilt: Jetzt kommunizieren, später profitieren.


Kommunikation ja, aber bitte mit Fingerspitzengefühl

Wir haben festgestellt: Es macht durchaus Sinn, derzeit zu kommunizieren und in die Zukunft zu blicken. Dabei gilt jedoch, dass das nötige Feingefühl gefragt ist. Der Grat zwischen lustig und geschmacklos kann sehr schmal sein, zwischen Followerzuwachs und Shitstorm. Wichtig ist es, authentisch zu sein, eine von A bis Z durchdachte Strategie zu entwickeln, die dann konsequent umgesetzt wird. Dabei steht die Frage im Fokus: Wer sind wir und wie wollen wir uns präsentieren? Passt das zu uns und sprechen wir damit unsere (oder auch eine neue) Zielgruppe wirklich an? Frech und laut zu sein oder zu provozieren mag für einige Unternehmen funktionieren, die sich damit rundum wohlfühlen. Einfach mal ein provokantes Statement zu versenden, dann aber schnell wieder einen Rückzieher zu machen, ist dagegen peinlich. Die Strategieentwicklung bedarf eines engen Austausches und auch einiger Zeit – dann kann sie aber auch langfristig und für die Zeit nach der Krise genutzt werden.

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